Agathaberg

Agathaberg

Agathaberg  ist eines der sieben Kirchdörfer von Wipperfürth. Das Dorf liegt südlich der Stadt, etwa eine halbe Stunde Fußweg entfernt, rd. 370 Meter hoch auf einem Höhenrücken des Bergischen Landes, auf der Wasserscheide zwischen Gaulbach und Sülz. Der Ort zählt z. Zt. 370 Einwohner.

Kirche St. Agatha

Als am 27. Juni 1465, dem Siebenschläfertag, der siebte namentlich genannte Stadtbrand in Wipperfürth ausbrach, und die Stadt zu einem Drittel zerstörte, verloren viele Menschen ihr gesamtes Hab und Gut. Damals gelobte die Bürgerschaft der Stadt alljährlich am Gedächtnistage der hl. Agatha - die als Beschützerin gegen Feuersgefahr angerufen wurde – eine Wallfahrt nach Catania auf Sizilien zu ihrer Begräbnisstätte zu unternehmen.

Da dies jedoch aufgrund mancherlei Schwierigkeiten nicht durchführbar war, ließ man das Gelübde in ein „anderes gutes Werk“ umändern. Als Ersatz ließ der damalige Wipperfürther Pfarrer Volmar de Helden 1474 auf einer Anhöhe „by der Dyrdorp geleegen“ eine hölzerne Kapelle errichten und verpflichtete die Bürger jährlich am Dreifaltigkeitssonntag eine sakramentale Prozession dorthin abzuhalten. Diese zog von 1475 bis zur Selbständigkeit der Kapellengemeinde – letztmalig 1908 – zum „Berg der hl. Agatha.“ Bereits 1475 wurde die hölzerne Kapelle von dem neuen Wipperfürther Pfarrer Johannes von Goch durch eine steinerne ersetzt. Diese Kapelle stellt den Chor der heutigen Kirche dar. Es soll – will man alten mündlichen Überlieferungen glauben – hier jedoch bereits eine Bittkapelle bestanden haben, das Maternushäuschen. Die neue Kapelle soll an das bereits bestehende Kirchengebäude angebaut und anhand eines Durchbruches mit diesem verbunden worden sein. Ein Gutachten des Kirchenbaumeisters Heinrich Renard aus dem Jahre 1894, bestätigte aufgrund der unterschiedlichen Baustile und Baumaterialien diese Annahme.  Im Jahre 1878 wurde der Glockenturm an das alte Kirchenschiff angebaut, nachdem man dieses 1775 aufwendig ausgebessert hatte. Das alte Kirchenschiff war jedoch um 1890 völlig marode, es regnete durch das Dach und die Kirchenbesucher mussten während der Messe den Schirm aufspannen. Auch fanden die Prozessionsteilnehmer nicht mehr ausreichend Platz in der alten Kirche, sodass 1894 der Abriss des alten Kirchenschiffes erfolgte und bis 1895 ein Neubau in neugotischem Stil zwischen Chor und Glockenturm errichtet wurde. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde die Kirche komplett restauriert, ehe in den Jahren 1984 bis 1986 die umfangreichsten Instandhaltungsmaßnahmen der Kirchengeschichte erfolgten.

Als ehemalige Wallfahrtskirche verfügt St. Agatha über viele kostbare Heiligenfiguren. Zwei Kunstwerke sind jedoch besonders erwähnenswert. Die rd. 500 Jahre alte, mit filigranen Schnitzereien versehene Eichholzkanzel, die als eine der schönsten des ganzen Rheinlandes gilt, sowie die teilweise erhaltenen Secco-Malereien in den Nischen im Chor aus der Zeit um 1500.

Die Agatha-Kapelle wurde ursprünglich von Wipperfürther Geistlichen betreut. In den ersten rd. drei Jahrhunderten fanden nur sporadisch Gottesdienste in St. Agatha statt, ehe ab 1750 eine gewisse Regelmäßigkeit eintrat. Einmal im Monat wurde eine Messe mit Christenlehre abgehalten – später im Wechsel mit der Kapelle in Thier 14täglich. Dies änderte sich erst, als der im Ruhestand lebende Pfarrer Paul Christian Peiffer 1833 beschloss sich auf Agathaberg niederzulassen. Er zog 1835 in ein neu erbautes Pfarrhaus ein, das nach ihm noch weitere elf Priester bewohnten, ehe die Pfarre zum 1. 1. 2007 ihre Selbständigkeit verlor und in den Seelsorgeverbund von St. Nikolaus, Wipperfürth, integriert wurde.

Quellen:

Unterlagen der Pfarrarchive St. Nikolaus und St. Agatha 
Buch v. Prof. Dr. Peter Opladen: Das Dekanat Wipperfürth
Buch v. Dr. Gerda Panofsky-Soergel: Die Denkmäler des Rheinlandes
Buch v. Dr. Martina Junghans: Die kirchliche Ausstattung der Pfarrkirche St. Agatha, Agathaberg
de.wikipedia.org/wiki/Agathaberg

Pastoralbüro

www.katholisch-in-wipperfuerth.de

 

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