Nachruf Pater Fridolin Kötter

Pater Kötter

13. Dezember 2010. Es ist ein  bitterkalter Dezembernachmittag. Schnee liegt in der Luft, doch noch scheint die winterliche Sonne über Ommerborn, wo sich um  14.30 Uhr noch einmal viele, viele Menschen in der St. Johannes-Kirche versammeln, um sich jetzt endgültig von Pater Fridolin Kötter  zu verabschieden, der in der Nacht vom 6. auf den 7. Dezember 2010 im Vinzenz Palotti Krankenhaus in Bensberg verstorben war. Anders als bei seiner offiziellen Verabschiedung im August 2009 aus seinem Dienst als Pfarrvikar und anders als in seiner letzten Hl. Messe in dieser Kirche  noch vor wenigen Wochen, als er den scheinbar unvermeidlichen Weg

ins Mutterhaus nach Düren antreten musste, spüren heute alle: Seine Beerdigung in Ommerborn, sein Fort - Getragen – Werden von dem Altar, dem er über  44  Jahre  treu  gedient   hat

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und von wo aus er selbst  all die Jahre so viele Menschen getragen und gestärkt hat, das ist der eigentliche Schlusspunkt  seines Wirkens als Seelsorger und letzter Eucharistinerpater von Ommerborn. . .

 

 

Eindrucksvoll und anschaulich versuchen die 4 kirchliche Wür-denträger, die zu seiner Bestat-tung gekommen sind, in ihren je eigenen Ansprachen sein Leben als Mensch und Priester zu umfassen und zu würdigen: als erstes Pfr. Jablonka aus Wipperfürth in der Totenvesper am Vorabend, dann Dechant Pörtner aus Lindlar zu Beginn der Exequien, Pater Lauer aus dem Mutterhaus der Eucharistiner in Düren in der Predigt zum Evangelium vom guten Hirten und Weihbischof Woelki in seiner Ansprache vor dem Segen. Alle zeigen sich bewegt und beeindruckt von der Treue des letzten Eucharistinerpaters von Ommerborn, der 44 Jahre hier gelebt und gewirkt hatte.  Er wollte nicht weggehen von Ommerborn, wollte bleiben bis zum Schluss, alles andere wäre für ihn wie Verrat an den Menschen, an seiner Berufung, und an der Ommerborn-Mission gewesen.

 

Er wollte ganz in der Tradition des Eucharistinerordens die Ge-genwart Christi unter den Menschen an diesem Ort erfahrbar machen. Das tat er einmal


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durch die zahlreichen Eucha-ristiefeiern an jedem Wochen-ende. Er tat es aber auch durch seine Präsenz als Seelsorger und seine bescheidene und unnach-ahmliche Art, den Menschen zuhörend und an ihrem Schicksal Anteil nehmend nahe zu sein. Und er tat es durch sein Engage-ment für die jährliche große Sakrammentsprozession, bei der er schon als Kind dabei war.

 

Er war kein Mann großer Worte und Gesten, niemand, der sich selbst inszenierte und in den Vordergrund schob und doch ein Mensch mit einer klaren inneren Mission.  Sein Vorbild war Jesus Christus als der gute Hirte. Deswegen ziert  dieses Bild auch den Deckmantel des Totenzettels Und so wollte er selber sein: alles gebend, alles einsetzend. Kein Mietling, dem an den Schafen nichts liegt und der sie in der Stunde der Entscheidung ver-lässt…

 

Das haben alle verstanden, die mit ihm länger zu tun hatten, und deswegen haben ihm auch so viele bis zum Schluss die Treue gehalten und deswegen waren auch an diesem allerletzten Tag des Abschieds so viele ge-kommen: alte Messdiener, die Schützen von Thier, die den Sarg aus der Kirche trugen und ge-leiteten, dann die von ihm angeregte Chorgemeinschaft, die mit Gesängen aus Schuberts „Deutscher  Messe“ und einer Messe von Wolfram Menschick

 

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den Gottesdienst mit gestaltete, und all die zahlreichen Weggefährten aus den Sonntagsgottesdiensten,  monatlichen Marienandachten, Sakraments-prozessionen und seelsorglichen Gesprächen. Weihbischof Woelki: „Ommerborn, das war in den letzten Jahren nur noch Pater Kötter und Pater Kötter, das war Ommerborn.“

 

Wenig später, als die letzten Trauer-Gäste den Ommerborner Friedhof und die Kaffeetafel im alten Kloster  verlassen hatten, setzte dichtes Schneetreiben ein und bedeckte schon bald das frische Grab am Ende der Gräberreihe mit den Eucharistiner - Mitbrüdern mit einer mehrere Zentimeter dicken Schneeschicht.

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St. Johannes der Täufer, Ommerborn

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St. Johannes, Ommerborn

 

Infos zum (ehemaligen) Kloster Ommerborn:

http://www.graf-von-berg.de/kkk-kloster-ommerborn.htm

 

Wir laden herzlich ein zu:

Fronleichnamsprozession - jeweils am Sonntag nach Fronleichnam

Dekanatsandacht - jeweils am 3. Sonntag im Monat um 16 Uhr

 

80. Sakramentsprozession

in Ommerborn am Sonntag, den 14. Juni 2009 15.00 Uhr  

Eine lange Tradition
  Seit 1929 ziehen jährlich am Sonntag nach Fronleichnam viele Menschen in der Sakramentsprozession von Ommerborn durch die bergischen Fluren rund um den idyllischen Flecken  auf der Scheide zwischen Lindlar und Wipperfürth.An der Grenze zwischen dem oberbergischen und rheinisch-bergischen Kreis mit einem wunderbaren Rundblick auf die bergischen Höhen steht seit 1922 das weithin bekannte Eucharistinerkloster Ommerborn. Das ursprünglich als Novizenhaus und Erholungsheim gedachte Kloster wurde seit den Fünfziger Jahren immer mehr zu einer religiösen Bildungsstätte. Nun aber sind die Tage des Klosters gezählt.  
Leider blieb auch der Orden der Eucharistiner, der sich seit seiner Gründung 1856 die Verehrung der Eucharistie zur besonderen Aufgabe gemacht hatte, nicht vom zunehmenden Mangel an geistlichem Nachwuchs verschont. Von den ur-sprünglich einmal 80 Patres kurz nach der Gründung des Klosters 1922 in Ommerborn ist nur noch ein einzige Pater, Pater Friedel Kötter, geblieben, der in diesem Jahr, wenn er am 18. August 2099 das Alter von 75 Jahren erreicht, auch in den Ruhestand versetzt und das Kloster verlassen wird.
Ein schmerzlicher Einschnitt
  Ein sehr schmerzlicher Einschnitt, weil uns einmal mehr bewusst wird,, wie uns lieb gewordene Menschen und Institutionen des religiösen Lebens in einer säkularisierten Welt entzogen werden bzw. wegbrechen. Wir werden immer mehr auf uns selbst zurück geworfen und unser Glaube wird geprüft, ob er auch in schwierigen Zeiten Stand halten kann.Der Orden wird das Klostergebäude verkaufen. Es bleibt jedoch als „Vermächtnis“ der Patres die diesjährig 80-jährige Tradition der Sakramentsprozession am Sonntag nach Fronleichnam. Es wird keine einfache Aufgabe sein, diese Tradition, die sich über Jahrzehnte einer großen Beliebtheit erfreut hat, ohne die Unterstützung der Patres am Leben zu erhalten. Ursprünglich von den Eucharistinern beim Bistum beantragt als zu-sätzliche, die dörflichen Fronleich-nams-Traditionen ergänzende eu-charistische Prozession, erhielt diese besondere Prozession immer mehr ein unverwechselbares Ge-sicht mit entsprechend wachsendem Zuspruch in der Bevölkerung. Dahinter steht noch heute das mehr als hundertjährige Bemühen der Eucharistiner, der Eucharistie einen einzigartigen, unverwechselbaren Stellenwert in der Gemeinschaft der Gläubigen und überhaupt in der Welt zu geben. Sind die Patres in diesem Jahr nun ein letztes Mal durch Pater Kötter vor Ort vertreten, so kann sich doch zukünftig herausstellen, dass wenigstens der Geist und das lebenslange Bemühen der Eucharistiner an diesem Ort in der Gestalt der Sakramentsprozession rund um das Kloster Ommerborn fortwirkt und lebendig bleibt. Wir erinnern uns daran, dass es einmal bis zu 10.000 Gläubige waren, die vor dem 2. Weltkrieg zu dieser Prozession kamen, um Jesus Christus als dem wahren Herrn der Welt vor allen weltlichen „Führern“ ihre Referenz zu erweisen.
Von der Gabe zur Aufgabe
  Ist der Wunsch zu vermessen, dass die Sakramentsprozession von Ommerborn auch die Wirren unserer Tage, die sich weniger spektakulär als mehr schleichend subversiv offenbaren, überdauert? Der Geist weht wo er will. Wir können hoffen und unseren Teil dazu tun, doch das geistliche Leben wird aus unteri-rdischen, uns oft nicht sichtbaren Quellen gespeist. Dort, wo die Gabe zur Aufgabe wird, liegt die Herausforderung... Die Prozession beginnt alljährlich am Kloster, geht dann zu den drei weißen, weithin sichtbaren Kreuzen (1. Altar), die des Pastors Johann Peter Ommerborn gedenken, der als „Held von Ommerborn“ 1795 den Widerstand der bergischen Bauern gegen die französischen Revolut-ionstruppen organisiert hatte, wendet sich dann zu einer Lichtung im Wald, dem Sportplatz (2. Altar) und dann zum Kalvarienberg (3. Altar) und endet mit dem Segen in der Kirche. ncs

Kirche Ommerborn

Seit 1929 ziehen jährlich am Sonntag nach Fronleichnam Hunderte von Menschen in der Sakramentsprozession von Ommerborn durch die bergischen Fluren rund um den idyllischen Flecken  auf der Scheide zwischen Lindlar und Wipperfürth.

An der Grenze zwischen dem oberbergischen und rheinisch-bergischen Kreis mit einem wunderbaren Rundblick auf die bergischen Höhen steht seit 1922 das weithin bekannte Eucharistinerkloster Ommerborn. Das ursprünglich als Novizenhaus und Erholungsheim gedachte Kloster wurde seit den Fünfziger Jahren immer mehr zu einer religiösen Bildungsstätte. Nun aber sind die Tage des Klosters gezählt.

Leider blieb auch der Orden der Eucharistiner, der sich seit seiner Gründung 1856 die Verehrung der Eucharistie zur besonderen Aufgabe gemacht hatte, nicht vom zunehmenden Mangel an geistlichem Nachwuchs verschont. Von den ursprünglich einmal 80 Patres kurz nach der Gründung des Klosters 1922 in Ommerborn ist nur noch ein einzige Pater, Pater Friedel Kötter, geblieben, der im nächsten Jahr, wenn er das Alter von 75 Jahren erreicht, aber auch in den Ruhestand gehen wird.

Der Orden wird das Klostergebäude verkaufen. 

Geblieben ist aber trotz der Nachwuchsprobleme bis heute die Tradition der Sakramentsprozession am Sonntag nach Fronleichnam, die sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Ursprünglich von den Eucharistinern beim Bistum beantragt als zusätzliche, die dörflichen Fronleichnams-Traditionen ergänzende eucharistische Prozession, erhielt diese besondere Prozession immer mehr ein unverwechselbares Gesicht mit entsprechend wachsendem Zuspruch in der Bevölkerung. Dahinter steht noch heute das mehr als hundertjährige Bemühen der Eucharistiner, der Eucharistie einen einzigartigen, unverwechselbaren Stellenwert in der Gemeinschaft der Gläubigen und überhaupt in der Welt zu geben. Sind die Patres auch heute nur noch durch Pater Kötter vor Ort vertreten, so wirkt doch ihr Geist und ihr lebenslanges Bemühen fort in dieser allseits beliebten und gepflegten Tradition der Sakramentsprozession rund um das Kloster Ommerborn.

Die Prozession beginnt alljährlich am Kloster, geht dann zu den drei weißen, weithin sichtbaren Kreuzen (1. Altar), die Pastor Johann Peter Ommerborn gedenken, der als „Held von Ommerborn“ 1795 den Widerstand der bergischen Bauern gegen die französischen Revolutionstruppen organisiert hatte, wendet sich dann zu einer Lichtung im Wald, dem Sportplatz (2. Altar) und dann zum Kalvarienberg (3. Altar) und endet mit dem Segen in der Kirche.

Waren es einmal bis zu 10.000 Gläubige, die vor dem 2. Weltkrieg zu dieser Prozession kamen, um Jesus Christus als dem wahren Herrn der Welt vor allen weltlichen „Führern“ ihre Referenz zu erweisen, so sind es heute immer noch bis zu 2.000 Menschen, die dem Ruf der Eucharistiner nach Ommerborn folgen.

Es wäre sehr zu wünschen, dass die Sakramentsprozession von Ommerborn auch bliebe und die Wirren unserer Tage überdauerte, wenn der letzte Pater das Kloster verlassen hat. Es könnte ein Vermächtnis der Patres sein, die ihr ganzes Leben der Verehrung der Hl. Euchariste widmeten, zugleich aber auch die Referenz nachfolgender Generationen an diese Patres, an den Ort ihres Klosters, an die eucharistische Spiritualität und damit letztlich an den, dessen Verehrung dieser Ort dienen wollte: Jesus Christus selbst.

Geschichte Ommerborn

Ommerborn hat seinen Namen von dort entspringenden Bach Ommer. Ommer bedeutet „Fließendes Wasser“. Die Endung „Born“ weist auf einen fränkischen Wohnsitz hin. Der Hof wird um das Jahr 1470 zum ersten Mal genannt.

Johannes Ommerborn baute 1849 auf seinem Hof eine Kapelle „Zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit und um Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria und aller lieben Heiligen“. Die Kapelle musste lange auf ihre kirchliche Weihe warten. Am 26. März 1854 schenkte sie Johannes Ommerborn durch notariellen Akt- mit Grundstück und dem Versprechen, alles Notwendige für den Gottesdienst bereitzustellen -  der Pfarrkirche Olpe. Der damalige Dechant aber verweigert die Schenkung. Erst 35 Jahre später – zwei Jahre nach dem Tod von Johannes Ommerborn – wird die Kapelle von Olper Pfarrer eingeweiht.

Der Enkel des Stifters – Hermann Josef Ommerborn – erhält  (nach seiner Priesterweihe 1904) Kapelle, Grundstück und ein Kapital von 6000 Reichsmark geschenkt. 1010 tritt H.J. Ommerborn in das Eucharistinerloster zu Bozen ein. Er stellte die Kapelle und das Grundstück seiner Genossenschaft zur Verfügung. Die beschloss, hier ein deutsches Noviziat zu errichten.

1921 wurde der Grundstein zum neuen Kloster gelegt. 1922 wurde der Bau bezogen.

Während des zweiten Weltkrieges waren zunächst kinderreiche Familien mit im  Kloster untergebracht, dann Kinder, die aus Köln evakuiert werden mussten.

Letzte Hl. Messe in St. Johannes in Ommerborn - 23. Juni 2013, 17 Uhr

Nachdem Kardinal Meisner nach einer Entscheidung des erzbischöflichen Rates und des Priesterrates mit einem Schreiben vom 28. Februar 2013 die Kirche St. Johannes, der Täufer dem profanen Gebrauch zurückgegeben und auch die Erlaubnis für den Abriss der Kirche gegeben hat (Zeitpunkt steht aber noch nicht fest!), fand am Sonntagnachmittag des 23. Juni um 17 Uhr, sozusagen am Vorabend des Patroziniums, zum letzten Mal eine Hl. Messe in dieser Kirche statt. Wenn auch Profanierung und Abriss nicht den Vorstellungen und Bemühungen des Ortsausschusses entsprechen, so war dieser Termin doch ein Wunschtermin des Ortsausschusses. Ca 120 Personen waren zur letzten Hl. Messe gekommen. Kreisdechant Christoph Bersch leitete würdig und mit einfühlsamen Worten diese letzte Feier, doch mit am Altar stand auch der Klerus von Wipperfürth (Pastor , 2 Kapläne, 1 Diakon).  Der Gottesdienst endete trotz einiger Proteste gegen Profanierung und Abriss des Kirchengebäudes draußen vor Gottesdienstbeginn friedlich mit der Übertragung des Allerheiligsten von der Kirche St. Johannes, der Täufer in die nahe gelegene Kapelle von 1849.

Bilder finden Sie hier.

Einige wichtige Fakten auf dem Weg zur Profanierungsentscheidung des Erzbischofs: Fakten zu Ommerborn.

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